Titan - das Material und seine Eigenschaften
Dichte: 4,506 g/cm3 (zum Vergleich: Aluminium: 2,699; Magnesium: 1,74; Natrium: 0,97; Silber: 10,50; Wolfram und Gold: 19,3; Eisen: 7,874; Nickel: 8,902; Kupfer: 8,96)
Schmelzpunkt: 1660°C
Siedepunkt: 3287°C
Das reine Metall ist silberweiß, durch Walzen und Ziehen gut verformbar und leicht schweißbar. Bei höherer Temperatur verbindet es sich mit den meisten Nichtmetallen zu einfachen Verbindungen (mit Wasserstoff, Chlor, Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff, Kohlenstoff). Deshalb kann man es nicht an Luft schmelzen, löten oder schweißen: es verbindet sich sofort mit den Bestandteilen der Luft.
An Luft überzieht es sich sofort mit einer dichten Schicht aus Titandioxid (genauso wie Aluminium und Chrom). Diese Schicht hält auch beim Verbiegen, Walzen und Ziehen dicht und schützt das Material vor dem Zugriff von Säuren und Laugen.
Brillenfassungen aus Titan
Für Brillenfassungen finden verschiedenste Titan-"Klassen" Verwendung; in einer kurzen Übersicht hier die am häufigsten verwendeten:
Titan Pure:
Reinheit 99,0% bis 99,7%; Rest Stickstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff und Wolfram. Erkennbar an Zwischenscheiben aus Edelstahl an den beweglichen Teilen (wenn Titan nicht mehr als 99,95% rein ist, reibt es sich in gegeneinander bewegten Teilen ab). Dieses Titanmaterial ist absolut nickelfrei - wichtig für Allergiker - und wird z.B. für komplizierte Prägeteile und Teile mit einer weniger hohen Anforderung an die Flexibilität verwendet. Beta-Titanenthält 74% Titan, 22% Vanadium, 4% Aluminium; ist also ebenfalls absolut nickelfrei. Diese Variante zeichnet sich durch die guten Federeigenschaften aus und wird deshalb für Bauteile mit hohen Anforderungen an Festigkeit und Flexibilität verwendet (z.B. Glasränder, Bügel).
Flex-Titan
ist zu 50% mit Nickel legiert; Verwendung für Brücken oder Bügel in Kombination mit Backen, Rändern usw. aus verschiedensten Materialien. Die verschiedenen Bauteil werden i.a. durch Verbindungselemente (Hülsen) mechanisch miteinander kombiniert.
Titan P
ist mit einer ca. 30 µm dicken Nickelschicht versehen und läßt sich deshalb leicht löten. Es wird daher oft für kostengünstige Titanfassungen verwendet. Dabei werden z.B. aus dem vernickelten Titan P Ränder und Bügel gefertigt, während Backen, Brücken, Schließblöcke und Stegstützen aus Neusilber oder Monel bestehen. Neben den hier aufgeführten Varianten findet man in Brillenfassungen weitere Bezeichnungen wie z.B. "Titanium 100", "Super Titan" oder auch einfach nur "Titanium".
[Quellen: Rodenstock, Höhere Fachschule für Augenoptik Köln, Meyers Taschenlexikon]
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