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Die Wirkung eines Brillenglases beruht auf seiner Fähigkeit, Lichtstrahlen gezielt abzulenken und dadurch ein Lichtbündel aufzuweiten oder auf einen Punkt zu bündeln. Dies geschieht durch die Brechung der Lichtstrahlen an den Grenzflächen des Glases zu Luft, also an seiner Vorderseite sowie an seiner dem Auge zugewandten Rückseite.
Die Lichtbrechung ist dabei zum einen vom Brechzahlunterschied (die Brechzahl n ist eine physikalische Eigenschaft eines Materials) von Glas zu Umgebungsmedium und zum anderen von der Krümmung der brechenden Fläche abhängig: Je stärker die Krümmung und je größer die Brechzahldifferenz, desto größer ist die damit erzielte Wirkung des Brillenglases.
Umgekehrt: Je höher die Brechzahldifferenz, desto geringer kann die Krümmung des Glases sein, um eine bestimmte Wirkung zu erreichen. Da die Brechzahl von Luft (also dem allgemein üblichen Umgebungsmedium von Brillengläsern) n=1,0 beträgt, kann also ein Brillenglas mit der Brechzahl n=1,6 flacher ausgeführt werden als ein gleich starkes Brillenglas mit der Brechzahl n=1,5.
Standard-Brillenkronglas hat die Brechzahl n=1,5. Der Bereich der höherbrechenden Brillengläser beginnt bei n=1,6, was inzwischen im Bereich der mineralischen Gleitsichtgläser schon als Standard betrachtet werden kann. Im Bereich der Kunststoffgläser gilt eine Brechzahl von n=1,67 (maximal sind hier zur Zeit eine Brechzahl von 1,74) schon als hochbrechend, während im Bereich der mineralischen Brillengläser auch Ausführungen bis n=1,9 möglich sind.
Je höher die Brechzahl also ist, desto flacher und dünner können die Brillengläser gefertigt werden.
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