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Rechtsichtigkeit (auch "Emmetropie") ist dann vorhanden, wenn unendlich weit entfernte Objekte (in der Praxis mehr als 4-6m) scharf auf der Netzhaut des Auges abgebildet werden.
Ist die Brechkraft des Auges zu stark (oder das Auge zu lang), entsteht das Bild schon vor der Netzhaut, die Wahrnehmung ist ein unscharfes Bild. Erst wenn das Objekt näher an das Auge heranrückt, verschiebt sich auch die Abbildung im Auge weiter nach hinten auf die Netzhaut und es wird scharf gesehen. In diesem Fall spricht man von "Kurzsichtigkeit" (-> nur Dinge in "kurzen" Entfernungen werden scharf gesehen) oder "Myopie". Zur Korrektion einer Kurzsichtigkeit kommen Zerstreuungslinsen (auch: Konkavlinsen oder Minuslinsen) zum Einsatz, die die Gesamtbrechkraft vermindern.
Ist hingegen die Brechkraft des Auges zu gering (oder das Auge zu kurz), würde das Bild des betrachteten Objekts erst hinter der Netzhaut entstehen können. Auch hier kommt es also zu einer unscharfen Wahrnehmung. Da das Auge aber in der Lage ist, durch eine Veränderung der Krümmung der Augenlinse die Gesamtbrechkraft zu erhöhen ("Akkommodation"), kann durch permanente Anstrengung trotzdem ein scharfes Sehen erreicht werden. Da diese Fähigkeit aber eigentlich dazu vorgesehen ist, eine Einstellung des Auges auf das Nahsehen zu erreichen, fehlt es für kürzere Entfernungen jetzt an Reserven, da der Brechwertzuwachs ja schon zum Ausgleich der Fehlsichtigkeit verwendet wurde. Man spricht hier also von "Weitsichtigkeit" (-> Dinge in "kurzen" Entfernungen können nicht oder nur mit Mühe scharf gesehen werden) oder "Hyperopie". Zur Korrektion einer Weitsichtigkeit kommen Sammellinsen (auch: Konvexlinsen oder Pluslinsen) zum Einsatz, die die Gesamtbrechkraft erhöhen.
Darüberhinaus gibt es noch den "Astigmatismus" (auch: "Stabsichtigkeit"). Dieser Begriff beschreibt die nicht punktförmige Abbildung eines Objekts. Dieses Phänomen kommt zustande, wenn die optischen Flächen, an denen das Licht gebrochen wird, nicht rotationssymmetrisch sind:
Stellen Sie sich z.B. einen Gymnastikball vor. Er ist (solange niemand darauf sitzt) näherungsweise kugelförmig. Seine Gestalt ist aus jeder Blickrichtung symmetrisch.
Setzt sich hingegen jemand auf diesen Ball, wird er in senkrechter Richtung zusammengestaucht, d.h. die Krümmung in senkrechter Richtung ist nun stärker als die Krümmung in waagerechter Richtung; es ist eine sogenannte torische Fläche entstanden. Wäre die Oberfläche des Balles jetzt eine optische Fläche (z.B. die Fläche eines Brillenglases oder die Hornhaut des Auges oder eine Fläche der Augenlinse), so hätte diese Fläche aufgrund der unterschiedlichen Krümmungen auch unterschiedliche Brechwerte (in unserem Fall wäre der Brechwert in senkrechter Richtung aufgrund der stärkeren Krümmung größer als in waagerechter Richtung). Die Differenz zwischen diesen beiden Brechwerten ist die Größe des Astigmatismus.
Der Begriff "Stabsichtigkeit" erklärt sich daraus, daß aufgrund der unterschiedlichen Brechwerte in dieser einen Fläche keine punktförmige Abbildung zustande kommen kann; der Bildpunkt wird zu einer Linie verzerrt.
Eine Fehlsichtigkeit, die eigentlich keine ist, ist die sogenannte "Altersweitsichtigkeit" bzw. "Presbyopie". Hier kommt zum Tragen, daß die Verformbarkeit der Augenlinse zum Einstellen des Auges auf unterschiedliche Entfernungen mit zunehmendem Alter nachläßt. Beträgt der Spielraum bei einem Kleinkind noch bis zu 15,0 dpt (wodurch scharfes Sehen von der Ferne bis hin zu einem Abstand von ca 6,0 cm möglich wäre), so sinkt er bis auf 0,0 herab. Im Alter von ca. 45 Jahren ist noch ein Akkommodationsvermögen von ca. 2,5 bis 3,0 dpt vorhanden, womit man langsam aber sicher die Grenze zur ersten Lesebrille erreicht, die dann mit Brillengläsern die fehlende Brechkraft für das Sehen in der Nähe ersetzt.
Art und Größe einer evtl. vorhandenen Fehlsichtigkeit wird im Rahmen einer Refraktionsbestimmung festgestellt.
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